Heuchelheimer Grüne von CDU-Vorwürfen überrascht, von Unverricht-Kandidatur nicht

Endlich wieder persönlich konnte sich der grüne Heuchelheimer Ortsverband in einer gut besuchten Versammlung über die aktuellen Ereignisse und bevor stehenden Wahlen austauschen. Dabei zeigte sich Stephan Henrich vom Vorstand angesichts einiger „recht abstruser Aus-führungen des CDU-Kollegen Weller“ im Zusammenhang mit dem Flurbereinigungsverfahren in der Lahnaue doch sehr überrascht. Dass die CDU einige Aktivitäten der Öffentlichkeits¬arbeit durchgeführt hat, finden die Grünen löblich. In seinen langatmigen, teils historischen Ausführungen im Bekanntmachungs-Teil der Gemeindenachrichten – wo ein solcher Beitrag übrigens gemäß Absprache aller Fraktionen gar nicht hingehört – sind Herrn Weller aber „einige Pferde durchgegangen“, so Henrich weiter. So mögen Politik-Historiker zu gegebenen Anlass über den Einfluss der in den 80er-Jahren wechselseitig in Regierungsverantwortung handelnden beiden Parteien einigen, wer in der Lahnaue mehr Schaden abgewendet und Positives erreicht hat. Einige grüne Urgesteine kämpften jedenfalls in der Bürgerinitiative „Rettet die Lahnaue“ mit Hilfe des damaligen Umweltministers Joschka Fischer erfolgreich(er) gegen Regattastrecke & Co – übrigens auch ganz ohne irgendwelche Verflechtungen mit Lahn-Waschkies&Co! Das heutige Flurbereinigungsverfahren wurde jedenfalls von der Oberen Naturschutzbehörde (RP Gießen) initiiert und wird vom staatlichen Amt für Bodenmanagement durchgeführt. Den Gemeinden kommt hier grundsätzlich nur die begleitende Rolle und die Funktion betroffener Eigentümer, gemeinsam mit vielen Landwirten und Privatpersonen, zu. Die Grünen, die ja laut Weller „schon längst ihre Kernthematik Natur aufgegeben haben“, engagieren sich hier im einzigen geeigneten lokalen Gremium, der Umwelt- und Energiekommission – wo sich die CDU übrigens fast nie blicken lässt. Hier wurden schon mehrfach Lösungen zur Konfliktminimierung zwischen Naturschutz- und Landwirtschafts-Belangen andiskutiert. „Ich werde die CDU und speziell Herrn Weller in der Gemeindevertretung an unser jetzt wohl gemeinsames Kernthema Natur erinnern, wenn wir mal wieder einen Antrag hierzu einbringen, den die CDU – wie bei den Themen Feldwege-Schutz, Schottergärten, Stellplatz-Reduzierung oder auch Mindestbegrünung bei Rinn&Cloos getan – ablehnen will“, fasst Henrich diese Diskussion zusammen. Zur jetzt angemeldeten Kandidatur von Benjamin Unverricht als SPD-Kandidat für das Bür-germeister-Amt zeigen sich die Heuchelheimer Grünen deutlich weniger bis gar nicht über-rascht. „Dies war zu erwarten“, bestätigt MdL Katrin Schleenbecker, die bereits vorab derartige Signale empfangen hatte. „Es bleibt nun abzuwarten, in welchen Punkten Benjamin Unverricht eine andere Politik als der amtierende Bürgermeister machen möchte. Eine Verbesserung der Kommunikation ist sicher richtig, aber nicht ausreichend, um die Gemeinde für die bevor stehenden Aufgaben gut aufzustellen,“ so Schleenbecker weiter. Die Heuchelheimer Grünen lassen sich jedenfalls bei ihrer Prüfung bezüglich einer eigenen Kandidatur noch Zeit bis Ende dieses Jahres. V.i.S.d.P.: S t e p h a n H e n r i c h, 0641/306-2331 (Ortsverbands-Vorstand)

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel