Auf Wohnungsleerstand und Vereinsamung im Ortskern muss reagiert werden

Ortskerne müssen nicht unattraktiv bleiben (Foto: wjk)

Ortskerne müssen nicht unattraktiv bleiben (Foto: wjk)

Heuchelheimer Grüne wollen es nicht bei FDP-Schlussfolgerungen belassen

Die scheinbar folgenlose Erkenntnis der Heuchelheimer FDP, dass kaum Möglichkeiten gegenüber dem zunehmenden Leerstand oder der Vereinsamung und Überalterung im Wohnungsbestand der Ortskerne bestehen, wollen die Bündnisgrünen so nicht stehen lassen.

Wie Fraktionsvorsitzender Stephan Henrich in einer Entgegnung zu unserer Berichterstattung mitteilte, kann das künftig noch wachsende Problem nicht einfach mit dem Hinweis der Liberalen auf rechtliche Durchsetzungsprobleme und fehlende Einsicht bei den betroffenen Eigentümern abgetan werden.„Wir Heuchelheimer Grüne haben nicht erst seit der leidigen Diskussion um das Neubaugebiet Bölz auf die damit nicht zu lösende, sondern sich eher verschärfende Problematik in beiden Ortskernen der Gemeinde hingewiesen“, so Henrich weiter. Die beschriebene Entwicklung stellt nach seiner Auffassung eine Verpflichtung für die Kommunalpolitik dar, geeignete Lösungsstrategien zu entwickeln. „Und diese fangen mit Sicherheit nicht bei der Anwendung der entgegen der FDP-Behauptung tatsächlich bestehenden Rechtsinstrumente des Baugesetzbuches, beispielsweise für den Stadtumbau, an“. Vielmehr seien auf der Grundlage einer umfassenden Bestandsaufnahme zu Umfang und räumlicher Konzentration der baulichen Missstände sowie problematischen Entwicklungen in der Sozialstruktur Kreativität und örtlich angepasste Lösungsstrategien nötig. Auch ein Blick auf unsere Nachbargemeinde Wettenberg, die sich schon im Rahmen des Lokale Agenda-Prozesses – der in Heuchelheim laut Henrich nie richtig statt gefunden hat – seit über 10 Jahren mit der Thematik beschäftigt, hilft hier weiter. So könnten Eigentümer gezielt nach eigenen Investitions- oder Verkaufsabsichten und Leerständen befragt und dabei eventuell mit Experten-Unterstützung auf Sanierungs- und Förderprogramme hingewiesen werden. Für Gebäude mit energetischem Sanierungsbedarf ließen sich Contracting-Modelle (Versorger oder z.B. Bank zahlt Maßnahme und refinanziert sich über Einsparungen) prüfen. Und für ältere und/oder einsame Bewohner könnten durch individuelle Beratung Möglichkeiten des gemeinsamen und betreuten Wohnens in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld entwickelt werden, wobei dann jüngere Familien in frei werdende Gebäude einziehen könnten und dadurch nachbarschaftliche Mehrgenerationen-Lösungen befördert werden.

„Wenn Herr Pucher (FDP-Referent zum Thema) jetzt für das Staufenberger Bürgermeisteramt kandidiert, wünsche ich ihm diese Kreativität zur Lösung der sicherlich auch in den dortigen Stadtteilen vorhandenen Probleme“, so Henrich abschließend.

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