Warum die Heuchelheimer Grünen die Marktansiedlung am Abendstern ablehnen

In der Sitzung des Heuchelheimer Allgemeinen Fachausschusses am letzten Donnerstag wurde intensiv über einen Antrag der Fraktion B90/Grüne beraten, der eine Ablehnung der kürzlich vom Planungsausschuss der Regionalversammlung frei gegebenen Ansiedlung eines Drogerie- und eines Getränkemarktes auf einem unbebauten Gewerbegrundstück am Abendstern (Höhe Bushaltestelle) durch die Gemeindevertretung vorschlägt. In einer Pressemitteilung geht der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Henrich nochmals auf die wesentlichen Pro- und Contra-Argumente ein.

Für die Bündnisgrünen ist die vom Planungsausschuss entgegen einer Beschlussempfehlung des Regierungspräsidiums mit Bestätigung durch das Wirtschaftsministerium durchgewunkene Ansiedlung an einem nur mit dem Auto erreichbaren Standort nicht nachvollziehbar. Dies ist wohl ein Ergebnis eines Machtkampfes Hirn gegen Mauschelei, so Henrich mit Blick auf die eindeutige und vom Regierungspräsidium vertretene Rechtslage, die von den im Planungsausschuss sitzenden Kommunalpolitikern ignoriert wurde. Die jetzt auch in der Gemeindevertretung absehbare Entscheidung wird nach Grünen-Einschätzung erheblich negative Auswirkungen auf die Heuchelheimer Ortsentwicklung haben. Wenn mit der Drogerie und einem weiteren, völlig überflüssigen Getränkefachmarkt die bereits vorhandenen Einzelhändler und Dienstleister im Gewerbegebiet gestärkt und gleichzeitig vorhandene Angebote in der Ortslage sowie in Biebertal geschwächt werden, bluten die Nahversorgungsangebote in der Heuchelheimer Ortsmitte sowie im übrigen auch die interkommunale Zusammenarbeit weiter aus, fasst Henrich die wesentlichen Bedenken zusammen. Für die zweifellos für die Kommune sinnvolle Wiederansiedlung eines Drogeriemarktes bietet sich als deutlich besserer Alternativstandort das mittelfristig frei werdende Gelände des derzeitigen Feuerwehrstützpunktes am Kreuz an. Die im Ausschuss vorgetragenen Bedenken wegen der dortigen Verkehrsanbindung lassen sich nach Einschätzung Henrichs problemlos lösen.

Hinzu kommt noch, dass mit der nach dem aus Grünen-Sicht äußerst dubios genehmigten Wohnheim – zweiten absehbaren Ansiedlung einer nicht der Zweckbestimmung des noch in 2014 einmütig zur Aufwertung beschlossenen Gewerbegebietes nahezu das gesamte Plangebiet nicht mehr zur Ansiedlung produzierenden Gewerbes zur Verfügung steht. „Da ahne ich doch schon, dass im nächsten Jahr wieder der Ruf nach weiteren Gewerbegebiets-Ausweisungen auf der grünen Wiese von denen, die Ja zu den Märkten rufen, kommen wird“, so Henrich weiter.

Die Gegenargumentation aus CDU-Ausschusskreisen, dass doch eine autogerechte Ansiedlung am Ortsrand der einzig sinnvolle Weg ist, erzeugt in grünen Kreisen ob der bevor stehenden Anforderungen des demografischen sowie Klimawandels nur starkes Kopfschütteln. „Die Heuchelheimer Koalition hat zwar einen hoch geheimen Koalitionsvertrag (in dem die Marktansiedlung offenkundig schon in 2016 propagiert wurde), aber keine Pläne zur Bewältigung unserer Zukunftsaufgaben“, so Henrich abschließend.

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