Gerade für einen Ort wie Heuchelheim ist wegen der Größe, relativ häufigen Neubelegung von Wohnungen und hohen Besiedlungsdichte ein gutes Miteinander wichtig. Unser Anspruch ist es, dass möglichst viele Menschen hier im Ort Heuchelheim als ihre Heimat empfinden.
Dafür verfolgen wir die folgenden Ziele und stehen für die beispielhaft genannten Maßnahmen ein:
- die Menschen vor politischen Entscheidungen einbeziehen und beteiligen und
- Die Arbeit des Gemeindeparlamentes stärker in die Öffentlichkeit rücken und
- Beteiligung an kommunalen Planungen vereinfachen und attraktiver machen
Für eine lebendige und funktionierende Demokratie ist es wesentlich, die Menschen vor politischen Entscheidungen einzubeziehen und zu beteiligen. Wir GRÜNEN haben uns für die Modernisierung der gemeindlichen Homepage mit Einführung einer digitalen Beschlusskontrolle und für die Einführung einer Dorf-App eingesetzt. Wir sehen im Masterplan-Prozess ein wichtiges Forum für die Bürgerbeteiligung und sind in verschiedenen Gruppen aktiv, um den Prozess weiterzuführen. Bei komplexen Vorhaben ist die Stärkung der Bürgerbeteiligung durch eine Bürgerwerkstatt oder andere Foren ein gutes Instrument, um ein breites Spektrum von Ideen zusammenzutragen. Die Partizipation von Jugendlichen ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung der innerörtlichen Demokratie (hierzu mehr unter „Für ein soziales Heuchelheim“).
In der Anlage befinden sich unsere Anträge aus den letzten Jahren zur Stärkung dieser Ziele.
In der Gemeindevertretung sind wir uns zwar grundsätzlich mit den anderen Fraktionen einig, dass wir mehr „Werbung“ für unsere wichtige ehrenamtliche Arbeit machen müssen, auch um politischen „Nachwuchs“ zu interessieren. Eine Sondersitzung dieses Gremiums im Herbst 2025 sollte beispielsweise auch dazu dienen, den interessierten – leider nicht sehr zahlreich erschienenen – Besucher/-innen den Ablauf unserer Sitzung und die verschiedenen Zuständigkeiten zu erläutern. Aber es gibt noch viel zu tun.
Insbesondere aber bei der Beteiligung zu Bebauungsplanverfahren oder auch anderen Vorhaben der Gemeinde sowie im Ablauf der eigentlich gemäß den Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung jährlich anzuberaumenden Bürgerversammlungen schwebt uns eine deutliche Verbesserung und Transparenz vor.
Und wenn sich politische Entscheidungen der Gemeinde unmittelbar auf einen bestimmten Kreis von Personen oder Organisationen auswirken, haben wir bisher noch nicht den Eindruck gewinnen können, dass diese bzw. die meisten vorher von den Verantwortlichen in Gemeindespitze und Verwaltung nach ihrer Meinung gefragt worden sind.
Schaffung von öffentlichen Begegnungsorten
Neben der Begegnungsmöglichkeit in unserer reichhaltigen Vereinswelt oder z.B. in den (zumindest noch im Ortsteil Heuchelheim verbliebenen) Gaststätten möchten wir für einen zunehmenden Anteil der Bevölkerung öffentliche Begegnungsorte schaffen.
Dies soll als Ergänzungsangebot und nicht als Konkurrenz zu den o.g. Angeboten verstanden werden. Wir gehen davon aus, dass es genug und immer mehr Menschen in unserer Gemeinde gibt, die andere Interessen und Erwartungshaltung an entsprechende Begegnungen haben oder aus anderen Gründen nicht die o.g. Angebote wahrnehmen möchten.
Heuchelheim und Kinzenbach verfügten und verfügen derzeit noch nie/nicht über eine echte Dorfmitte, die als Begegnungsort geeignet wäre – von dem Alten Rathhaus mit seinem auch durch uns mitgestalteten neuen Vorplatz mal abgesehen. Aber nicht nur durch den Umzug der Gemeindebücherei ist seit einigen Jahren eine maßgeblich auch durch unsere Initiativen bewirkte Entwicklung auf dem Rinn&Cloos-Areal in Gang gekommen. Wenn dort auf dem zentralen, schon öfters für Veranstaltungen genutzten Platz durch Bau eines Parkhauses für die Beschäftigten- und Besucher-PKW und entsprechende Umgestaltung und Begrünung in wenigen Jahren die „Neue Mitte“ Heuchelheims geschaffen wurde, haben auch wir unser Ziel – zumindest für diesen Ortsteil – schon fast erreicht.
Auch für Kinzenbach sollte im Zuge der Umnutzung der Dorfschule ein vergleichbarer Begegnungsort geschaffen werden.
Sportliche Angebote für Senioren
Auch in Heuchelheim wird der demografische Wandel mit dem Trend einer zunehmenden Alterung unserer Bevölkerung in den nächsten Jahren Fahrt aufnehmen. Und Sport hilft älteren Menschen enorm fit zu bleiben.
Wir setzen uns daher dafür ein, in Abstimmungen mit den Vereinen aber auch außerhalb des Vereinslebens und allgemein einfach zugänglich mehr Sport-Angebote für Senior/-innen zu entwickeln.
Stärkung und Förderung des Vereinslebens
Die Vereinsförderung kann sicherlich nicht mehr durch größere Zuschüsse zu Sanierung und Ausbau der Vereins-Infrastruktur wie in den letzten Jahren weitergehen. Dennoch sollen auch künftig die wirklich notwendigen und nicht vom Verein selbst oder durch externe Förderung zu finanzierenden für die Ortsgemeinschaft und die Attraktivität Heuchelheims sinnvollen Maßnahmen auf der Grundlage einer schon seit längerer Zeit einstimmig in der Gemeindevertretung beschlossenen, aber vom Gemeindevorstand noch nicht vorgelegten Vereins-Förderrichtlinie unterstützt werden.
Auch wir unterstützen gerne Werbemaßnahmen und die Vernetzung für die Heuchelheimer Vereinswelt.
Kommunikationsangebote für einsame Menschen
Wir müssen leider vergegenwärtigen, dass es zunehmend zur Vereinsamung von insbesondere älteren Menschen auch in unserer Gemeinde kommt. Auch und gerade diesen Menschen wollen wir niederschwellige Angebote machen, um aus dieser Einsamkeit – wenn den gewünscht – herauszufinden. Und im besten Fall Menschen in vielleicht gleicher Situation kennenzulernen und dann gemeinsam daraus resultierende Probleme zu lösen.
Ein generationsübergreifendes Projekt wäre beispielsweis ein Erzähl-Café, in dem insbesondere ältere Menschen jüngeren aus ihrem Leben erzählen und darüber auch erfahren, was die Jüngeren umtreibt.
Über die direkte Ansprache einzeln wohnender Menschen durch von der Gemeinde beauftragte geeignete Personen bzw. Organisationen kann es auch gelingen, deren individuelle Problemlagen zu erkennen und hierfür Abhilfe zu organisieren.
Auch die Aktivitäten des Kulturvereins K(l)eine Kunst mit ihren Dorfgespräch („Dorf-Talk“) sind geeignet, einsamen Menschen mit ihren besonderen Erfahrungen eine Bühne zu bieten.
Ein weiteres Ziel ist es, in der Gemeindeverwaltung eine Ansprechperson für einsame Menschen zu bestimmen, um auch von dieser Seite ein „offenes Ohr“ zu schaffen.
Kunst- und Kulturangebote vor Ort, an denen alle teilhaben können
Im Folgenden werden die Gedanken unseres am längsten Aktiven, Volker Kübler, zu diesem Ziel wiedergegeben:
Dorfkultur:
Einst:
Die Dorfkultur verkörpert Tradition, Einfachheit und Gemeinschaft. Orte fernab vom Lärm und der Hektik des modernen Lebens sind typische Beispiele für eine Lebensweise, die tief in Bräuchen, Natur und Zusammengehörigkeit verwurzelt ist. Das Wesen des Dorflebens liegt in der Harmonie zwischen den Menschen und ihrer Umgebung, die sich in sozialen Werten, jahrhundertealten Traditionen und gemeinschaftlichen, nachhaltigen Praktiken widerspiegelt und die Grundlage für den Alltag bildet.
Jetzt:
Demografischer Wandel, Mobilität und Soziale Medien haben die Kultur im dörflichen Raum erheblich verändert. Der Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung ist mehr und mehr angewachsen. Der Erhalt der von ihnen geprägten kulturellen Werte und Angebote im dörflichen Raum entkoppelt sich mehr und mehr von den Vorstellungen und Bedürfnissen der nachfolgenden Generationen. Die zunehmende Mobilität der Menschen sorgt sowohl für Zuzug von Menschen aus vielerlei Gründen. Dies können sein: attraktive Arbeitsplätze in der Umgebung, Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und Verbesserung der sozialen Infrastruktur mittels Ausbau der Kinderbetreuung und auch der Seniorenbetreuung. Aus den gleichen oder ähnlichen Gründen steigt die Anziehungskraft anderer Orte und bewirkt den Wegzug jüngerer im Dorf verankerter Menschen. Die Vielfalt und ständige Verfügbarkeit klassischer und moderner sozialer Medien macht unabhängig von lokalen Angeboten und mindert deren Attraktivität.
Kultur dient der Begründung und Stärkung individueller und wohnortbezogener Identität sowie der sozialen Beheimatung. Kulturelle Angebote im dörflichen Raum müssen sich diesen Herausforderungen stellen. Angebote der etablierten dörflichen Kulturszene vermitteln den eingesessenen Bewohnern Wertschätzung und sollten in ihrer Präsentation gleichzeitig neue Bewohner einladen, einen neugierigen Blick in das soziale und kulturelle Geschehen des Dorfes zu werfen. Überregionale Kulturformate können an den örtlichen Rahmen angepasst werden um den kulturellen Bedürfnissen Zugezogener zu entsprechen und ihnen auf diese Weise eine soziale und kulturelle Beheimatung zu erleichtern.
Aufgabe der politischen Kommune ist es, diese Angebote in ihrer Vielfalt zu fördern umso für ein lebenswertes und nachhaltiges Zusammenleben mittels der Integration vielerlei alter und neuer Interessen in Heuchelheim zu sorgen.
In diesem Sinne wollen wir alle Organisationen und Einzelpersonen unterstützen, die zur kulturellen und künstlerischen Bereicherung unseres Ortslebens beitragen.
Heuchelheimer Nachbarschaftspreis
Wir wollen für besonders gut funktionierende Nachbarschaften einen Preis ausloben und somit erreichen, dass sich Ideen und Praktiken eines vorbildlichen und gemeinschaftlichen Zusammenlebens im Ort verbreiten.